Samstag, 5. Oktober 2013

Meine 1. Motivtorte: Geschenkpaket a.k.a. Minnie-Maus-Torte

Darf ich vorstellen: Meine erste Motivtorte. Schon seit einigen Wochen habe ich jeden Tag eine italienische Tortensendung geschaut und gestaunt, was der Cake Designer Renato Ardovino (in Deutschland bekannt aus der Zeitschrift Cake Art) für Meisterstücke zaubert und immer wieder gesagt, dass ich auch irgendwann mal so eine Torte machen möchte. Mein Dad hatte das Irgendwann-Gequatsche irgendwann (J) satt und bestellte bei seiner Lieblingsbäckerei einfach einen Schokoladenkuchenboden, den er Freitag abholen wollte. Davon erfuhr ich ganze drei Tage vorher. Also habe ich schnell eine Einkaufsliste geschrieben, was ich alles an Werkzeug und Zutaten brauchte und hatte dann glücklicherweise rechtzeitig alles zusammen. In den drei Tagen habe ich natürlich alles Mögliche über Motivtorten gelesen und habe immer größere Augen bekommen als ich “Cake Design“ bei Pinterest eingegeben habe… Wahnsinn!!! Aber von diesen Kunstwerken bin ich ja noch sehr weit entfernt und ich habe mich für eine schlichte Geschenk-Torte entschieden. Damals (08.06.2013) habe ich noch nicht daran gedacht einen Blog zu schreiben, daher habe ich nur dieses Bild:  
 
 
Nun zur Vorgehensweise:
 
Der Boden –wie gesagt – war gekauft, was auch ganz gut war, denn viel Zeit hatten wir an diesem Wochenende nicht. Wir haben den Boden in drei Schichten geschnitten und mit Crema Pasticcera (habe gerade gegoogelt wie sich das auf deutsch nennt: “italienische Vanillecreme“) gefüllt.
 
Crema Pasticcera:
 1 l Milch
4 Eigelbe
100 g Speisestärke
1 Päckchen Bourbon Vanillezucker
180 g Zucker
1/2 abgeriebene Zitronenschale
250 ml Sahne
 
1. 200 ml Milch mit der Speisestärke vermischen
2. Die restlichen 800 ml mit den Eigelben, Vanillezucker, Zucker und   Zitronenschale verrühren
3. Jetzt kommt die Milch-Speisestärke Mischung dazu
4. Die Mischung auf den Herd zum Kochen bringen und währenddessen mit einem Schneebesen in eine Richtung rühren. Falls Klumpen entstehen, den Topf vom Herd nehmen und schnell mit dem Schneebesen rühren
5. Die Crema Pasticcera in eine große Auflaufform gießen und die Creme ganz dicht mi Frischhaltefolie bedecken
6. Die Creme an einem kühlen Ort gut auskühlen lassen (nicht in den Kühlschrank)
7. Erst dann ein Becher Sahne á 250 ml steif schlagen
8. Wenn die Creme gut ausgekühlt ist, die Sahne mit dem Handrührgerät untermischen
 
Eingedeckt haben wir sie mit Buttercreme, was nicht so einfach war. Es war an einem sehr heißen Tag und die Buttercreme wollte uns immer wieder weg schwimmen *Nervenzusammenbruch lässt grüßen*
 
Buttercreme:
150 gr Butter
225 gr Margarine
450 gr Puderzucker
4 Löffel Milch
 
Die Milch in einem kleinen Topf erhitzen. Zwischenzeitlich den Puderzucker mit der weichen Butter und der Margarine vermischen. Langsam die Milch dazu geben bis sich die Zutaten verbinden, die Geschwindigkeit noch weiter erhöhen und ein paar Minuten rühren bis eine schaumige Masse entstanden ist.
 
Mit einem großen Palettenmesser die Torte oben und seitlich komplett mit Buttercreme einstreichen. Für die Seiten kann auch ein kleines Palettenmesser verwendet werden, wenn ihr damit besser klarkommt.
 
Über Nacht haben wir sowohl die Torte ausruhen lassen (im Kühlschrank) als auch uns selbst ausgeruht (am liebsten ebenfalls im Kühlschrank).
 
Am nächsten Tag haben wir die Schleife modelliert und die Punkte ausgestochen mit… ja womit eigentlich? Ich erinnere mich ehrlich gesagt nicht mehr dran, auf jeden Fall hatten wir keine runden Profi-Ausstecher und haben mal wieder etwas zweckentfremdet.
 
Ich wollte den Fondant nicht zu dünn ausrollen aus Angst er könnte reißen, aber als wir die Torte angeschnitten haben, dachte ich dann doch, dass er ruhig 1cm dünner hätte sein können. Nein, so übertrieben nicht, aber großzügig war er schon.
 
Endlich fertig mit der Torte sind wir los gefahren, wir waren eingeladen bei der Familie des Freundes meiner Schwester. Da wir theoretisch nicht lange fahren mussten, habe ich die Torte auch nicht in einen Kuchenbehälter getan, sondern auf der drehbaren Glasplatte gelassen, auf der wir sie auch eingedeckt haben. Mein Mann hatte die Ehre die Torte halten zu dürfen. Darüber hat er sich ganz besonders gefreut, als wir festgestellt haben, dass ein Marathon stattfindet und wir nur mit viel Glück aus der Stadt kommen. Wir haben eine gefühlte Ewigkeit hinter zwei Polizisten gewartet, um dann endlich mal vorbeizufahren, sobald keiner mehr läuft… aber sie liefen und liefen und liefen… bis die Torte angefangen hat zu tropfen… und der Fondant auf die Hose meines Mannes lief und lief und lief und die Schleife etwas in sich zusammen fiel (ja ich weiß, die hätte ich eigentlich ein paar Tage vorher schon modellieren und trocknen lassen sollen). Wir sind dann erst mal wieder nach Hause gefahren und erst ca. eine Stunde später wieder los gefahren.
 
Am Ende des Tages war ich dennoch sehr glücklich, dass wir es gewagt haben (Danke, Papa, dass du mir keine andere Wahl gelassen hast, als endlich aktiv zu werden). Dafür, dass es die erste Torte ist, sieht sie ganz gut aus, finde ich. Geschmeckt hat sie sehr lecker und den Kindern hat sie auch gefallen, sie haben sie Minnie-Maus-Torte getauft J

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen